„Wer kein Ziel hat, verliert sich im Nebel. Mein Wahlprogramm: Damit Politik in Neuburg wieder messbar wird.“
Der Brunnen in Neukirchen liefert seit vielen Jahren einen großen Teil unseres Trinkwassers. Er nutzt wertvolles Tiefengrundwasser, das sich nur sehr langsam erneuert. Schon seit 1992 sagen Fachleute: Dieses Wasser ist ein besonderer Schatz und muss vorsichtig genutzt werden.
Trotzdem hat der ZWUI die erlaubten Fördermengen in mehreren Jahren erheblich überschritten. Außerdem wird inzwischen aus tieferen Schichten Wasser entnommen, und es gibt neue Bohrungen – ohne dass klar erklärt wurde, warum. Die Genehmigung für den Brunnen ist nur befristet und streng begrenzt, weil wichtige Daten fehlen.
Darum fordere ich als Bürgermeisterkandidat: Wir brauchen volle Transparenz, eine klare Strategie und eine unabhängige Bewertung. Wir müssen wissen, wie das weitergehen soll. Nur wenn alle Fakten offenliegen, können wir gemeinsam entscheiden, wie wir mit unserem wertvollen Tiefengrundwasser verantwortungsvoll umgehen.
1992 wurde in Neukirchen ein Tiefbrunnen erschlossen, der von Fachleuten als „ungewöhnlicher Glücksfall“ bezeichnet wurde.
„Es wird aber zum Schluß darauf hingewiesen, daß die Erschließung eines derart ergiebigen Grundwasservorkommens als ein für diese Gegend ungewöhnlicher Glücksfall angesehen werden kann.“
(Wasserwirtschaftsamt Passau, 22.12.1992)
Er greift auf Tiefengrundwasser zu – eine besonders geschützte und nur langsam erneuerbare Ressource. Schon damals wurde betont: Dieses Wasser ist wertvoll und darf nur maßvoll genutzt werden.
Tiefengrundwasser ist keine gewöhnliche Quelle. Es ist oft viele Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte alt und durch geologische Schichten geschützt.
Das Landesentwicklungsprogramm Bayern beschreibt es als strategische Reserve, die besonders geschont werden soll.
Bereits 1992 wurde darauf hingewiesen:
Das Einzugsgebiet ist nicht exakt bestimmbar.
Die langfristige Neubildung kann nur abgeschätzt werden.
Eine verlässliche Wasserbilanz ist nicht möglich.
Das heißt: Absolute Sicherheit gibt es nicht bei der Vorhersage, wie lange Wasser in welchen Mengen entnommen werden kann. Deshalb gilt Vorsicht.
Im Jahr 2021 wurde die Weiterförderung neu geregelt.
Die Genehmigung ist:
auf 10 Jahre befristet
auf 400.000 m³ pro Jahr begrenzt (zuvor 430.000 m³)
mit klaren Tages- und Spitzenwerten versehen
Begründung: Die Datenlage ist eingeschränkt, langfristige Prognosen sind nicht zuverlässig möglich. Das ist ein deutliches Signal der Fachbehörden: Hier ist sorgfältiges Handeln erforderlich. Zudem wurde ein strenges Kontrollsystem vorgeschrieben.
Das Wasser wurde ursprünglich in 37 m Tiefe gefunden. Es stand unter natürlichem Druck und stieg nach der Anbohrung von selbst an (artesisches Wasser).
In den späteren Jahren wurde erkennbar, dass Wasser aus über 90 Metern Tiefe in die Nutzung einbezogen wird.
Das bedeutet: Es wird auf tiefere Grundwasserstockwerke innerhalb derselben Bohrung zurückgegriffen.
Hydrogeologisch ist das relevant. Denn:
Je tiefer das Wasser, desto langsamer die Neubildung.
Eingriffe wirken langfristiger.
Veränderungen sind schwerer rückgängig zu machen.
Das erhöht die ökologische und langfristige Tragweite dieser Entscheidungen.
Der Brunnen Neukirchen I liefert seit Jahren rund die Hälfte des gesamten Wassers im Zweckverband. Neukirchen ist damit der zentrale Bestandteil der regionalen Versorgung.
2015: 456.601 m³
2018: 456.467 m³
2019: 444.793 m³
2020: 436.855 m³
2021: 470.299 m³
2022: 477.064 m³
2023: 451.074 m³
Eine öffentliche Erklärung zu den Gründen dieser permanenten Überschreitungen liegt nicht vor. Ich werde diese Erklärung unmittelbar nach meiner Amtsübernahme einfordern, wenn ich gewählt werde.
Im Einzugsgebiet unseres Brunnens I wurden seit Jahren weitere Probebohrungen durchgeführt, die alle ins geschützte Tiefengrundwasser vorstoßen. Inzwischen sind es drei Bohrungen.
Jede Bohrung kostet nach Angaben des ZWUI rund 1 Mio. Euro.
Es ist öffentlich nicht bekannt, warum diese Bohrungen durchgeführt werden. In Berichten der PNP spricht der Zweckverband davon, dass in Neukirchen ein zweiter Brunnen als „Doublette“ entstehen soll. Die Gründe für dieses Vorgehen sind unbekannt und müssen deshalb unverzüglich offengelegt werden.
Fest steht: Neue Bohrungen greifen auf dasselbe Tiefengrundwassersystem – oder auf noch tiefere Stockwerke – zu. Mehr Brunnen bedeuten nicht automatisch mehr Wasser, sondern können dieselbe unterirdische Reserve stärker belasten.
Da die tatsächlichen Zusammenhänge weiterhin unklar sind, ist aus keiner dieser Bohrungen bislang ein voll funktionsfähiger Brunnen entstanden.
Bekannt ist allerdings: In Fürstenzell sind die Brunnenleistungen seit Jahrzehnten zurückgegangen. Ob und wie diese Entwicklungen zusammenhängen, ist bislang nicht transparent erklärt worden.
Die zentrale Frage lautet daher:
Welche langfristige Gesamtstrategie verfolgt der Verband im Umgang mit dem Tiefengrundwasser?
Ich erhebe keine Schuldzuweisungen.
Aber ich halte Klarheit für unverzichtbar.
Neukirchen ist heute der zentrale Wasserlieferant des gesamten Verbands. Deshalb gebietet es allein schon das Prinzip der Solidarität, dass wir vollständig darüber informiert werden, was in unserem Quellgebiet beabsichtigt ist.
Wenn
ein sensibler Tiefengrundwasserleiter genutzt wird,
die Genehmigung befristet ist,
tiefere Stockwerke einbezogen werden,
Fördermengen überschritten wurden,
und weiter gebohrt wird,
dann braucht es eine vollständige, nachvollziehbare Gesamtstrategie – und die Zustimmung aller Beteiligten. Ich werde erst zustimmen, wenn ich vom Sinn all dieser Maßnahmen überzeugt bin.
Ich stehe für:
Transparenz
fachliche Klarheit
eine unabhängige Bewertung der langfristigen Entwicklung
und verantwortungsvolles Handeln im gesamten Verbund
Erst wenn alle Fakten offen auf dem Tisch liegen, können wir gemeinsam entscheiden, wie es weitergeht.
Unser Brunnen ist ein Glücksfall.
Und ein Glücksfall verpflichtet zu besonderer Verantwortung.