„Wer kein Ziel hat, verliert sich im Nebel. Mein Wahlprogramm: Damit Politik in Neuburg wieder messbar wird.“
Die Verkehrssituation in Neuburg und Dommelstadl ist für uns alle von existenzieller Bedeutung. Wir müssen uns der Realität stellen, ohne die Hoffnung auf eine lebenswerte Heimat aufzugeben.
1. Das Problem:
Belastung ohne Atempause:
Unsere Gemeinde leidet unter einer massiven Verkehrsbelastung, die unsere Lebensqualität und Gesundheit bedroht.
Zunehmender Druck:
Durch die Anbindung der A94 an die A3 ist mit einer weiteren Verschärfung der Situation zu rechnen.
Navigations-Effekt:
Schon heute führen kleinste Zeitgewinne dazu, dass Urlauber über Google Maps direkt durch unsere engen Ortsteile geleitet werden.
Gefährliche Infrastruktur:
Es wird befürchtet, dass die geplante Verbreiterung der Ortsdurchfahrt und die Sanierung der Brücke den Verkehr nicht beruhigen, sondern beschleunigen und noch mehr Schwerlastverkehr anziehen.
Gesundheitsrisiken:
Lärm, Abgase und Feinstaub sind zur Dauerbelastung für Kinder und Senioren geworden.
2. Analyse der Möglichkeiten: Was ist realistisch?
Wir müssen ehrlich sein:
Nicht alles, was wünschenswert ist, lässt sich sofort umsetzen.
Die Ortsumgehung:
Eine großräumige Umfahrung ist kurzfristig völlig unrealistisch. Sie ist mit jahrzehntelangen Planungszeiten, hohen Kosten und massiven Eingriffen in die Natur verbunden. Da die Staatsstraße nicht im Entscheidungsbereich der Gemeinde liegt, haben wir hier keine alleinige Handhabe.
Die rechtliche Hürde:
Bisherige Vorschläge aus dem Bürgerdialog oder Anträge auf Tempo 30 wurden von den übergeordneten Behörden oft mit Hinweis auf Rechtsvorgaben abgelehnt.
Die Notwendigkeit von Geduld:
Es braucht viel Arbeit und Ausdauer, um den fehlenden politischen Willen bei den zuständigen Ministerien und dem Landratsamt zu durchbrechen.
3. Der Eder-Ansatz: Mensch vor Wirtschaft
Unser Weg basiert auf der klaren Priorisierung der Gesundheit und einer mutigen, beharrlichen Interessenvertretung gegenüber den Behörden.
Anerkennung der Gefährdung:
Wir fordern, dass die Gemeinde die gesundheitliche Belastung durch Abgase und Lärm offiziell als Gefahr anerkennt. Nur so können wir rechtlich fundiert Verkehrsbeschränkungen einfordern.
Kurzfristiges Ziel Tempo 30:
Wir kämpfen für eine durchgängige 30er-Zone im gesamten Ort als Sofortmaßnahme für mehr Sicherheit und weniger Lärm.
Verkehrsberuhigung statt Ausbau:
Wir setzen uns für bauliche Maßnahmen ein, die den Transitverkehr bewusst entschleunigen: Verkehrsinseln, Querungshilfen, Fahrbahnverengungen und breitere Bürgersteige.
Abfahrtsverbote bei Stau:
Wir fordern die konsequente Prüfung von Durchfahrtsverboten für den Ausweichverkehr bei Autobahnstau, wie es im Landkreis Rosenheim bereits erfolgreich praktiziert wird.
Konsequenter Druck:
Die Gemeinde muss „nach oben hin lästig sein“. Wir werden keine Maßnahmen unterstützen, die den Durchgangsverkehr beschleunigen oder den Schwerlastverkehr verstärken.
Meine Vision ist ein Neuburg, in dem das Gemeinwohl über den Interessen der Verkehrsbehörden steht. Ich verspreche keine Wunder, aber ich versprechen Ihnen unnachgiebigen Einsatz für Ihre Gesundheit und Sicherheit.
Luftqualität in Neuburg am Inn
(Mittwoch, 07.01.2025, 14 Uhr)
Bewertung
PM2,5 ist mit 40 deutlich erhöht: Liegt fast beim Dreifachen des WHO-Empfehlungswertes von 15.
PM10 ist mit 59 mäßig erhöht: Überschreitet den EU-Tagesgrenzwert von 50.
Stickoxide haben mit 4 ppb einen moderaten Wert. Die Höhe deutet auf die unmittelbare Nähe von Verkehrsquellen hin.
Kohlenmonoxid (CO) ist unbedenklich.
Die Luftqualität in unserer Gemeinde betrifft uns alle direkt, auch wenn die Gefahr oft unsichtbar bleibt. Aktuelle Datenanalysen zeigen, dass wir in Neuburg zwar bei gasförmigen Schadstoffen wie Kohlenmonoxid im grünen Bereich liegen, aber bei der Feinstaubbelastung (PM) deutliche Überschreitungen verzeichnen. Als Ihr Bürgermeisterkandidat stehe ich für volle Transparenz bei diesen Gesundheitsdaten.
Die Fakten: Warum Feinstaub für uns gefährlich ist
Feinstaub ist nicht gleich Feinstaub. Entscheidend für die Gesundheitsgefahr ist die Größe der Partikel, da diese bestimmt, wie tief die Schadstoffe in unseren Körper eindringen können.
PM10 (Grobstaub): Diese Partikel gelangen bis in den Nasen-Rachen-Raum. Unser Körper fängt sie meist durch Nasenhaare und Schleimhäute ab. Die Folge sind oft lokale Reizungen wie Husten oder brennende Augen.
PM2,5 (Feinstaub): Diese winzigen Partikel sind etwa 30-mal dünner als ein menschliches Haar und verhalten sich fast wie ein Gas. Sie passieren alle Filter ungehindert und wandern bis tief in die Lungenbläschen.
Die Luft-Blut-Schranke: Das größte Risiko von PM2,5 ist seine Fähigkeit, in die Blutbahn überzugehen. Einmal im Blutkreislauf, können diese Partikel Entzündungen im gesamten Körper auslösen und das Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle und Bluthochdruck massiv erhöhen.
Der Eder-Ansatz: Tempo 30 für ein gesundes Neuburg
Ein erheblicher Teil dieser gefährlichen Kleinstpartikel wird durch den Straßenverkehr erzeugt – nicht nur durch Abgase, sondern massiv durch Reifenabrieb und das Aufwirbeln von Staub. Um die Gesundheit unserer Bürger zu schützen, fordere ich Tempo 30 durch den gesamten Ort.
Warum Tempo 30 die Lösung ist:
Saubere Luft: Ein gleichmäßiger Verkehrsfluss bei Tempo 30 reduziert Bremsmanöver und Reifenabrieb, was die Feinstaubbelastung messbar senkt.
Überlebenschance: Prallt ein Auto mit 50 km/h auf einen Fußgänger, endet dies in 37 % der Fälle tödlich. Bei 25 km/h sinkt dieses Risiko auf nur noch 3,5 %.
Lebensqualität: Langfristige Untersuchungen zeigen, dass Tempo 30 die Zahl der Unfälle drastisch senkt, während die Fahrzeit für Pendler kaum spürbar zunimmt.
Sicherheit durch Sachlichkeit: Wir dürfen nicht warten, bis Grenzwerte dauerhaft überschritten werden. Ich stehe für eine präventive Politik, die wissenschaftliche Daten nutzt, um die Gesundheit aller Bürger, vor allem aber unserer Kinder und Senioren, zu schützen.