„Wer kein Ziel hat, verliert sich im Nebel. Mein Wahlprogramm: Damit Politik in Neuburg wieder messbar wird.“
In der jüngsten Bürgerversammlung in Neukirchen (PNP vom 16.01.2026) wurde deutlich, dass die Zukunft unserer Gemeinde nicht an der Oberfläche, sondern im Kern entschieden wird: im Ortskern von Neukirchen, auf dem Pell-Gelände, im Bräu-Anwesen und in der Frage, wie wir unsere Schule langfristig planen und verorten.
Der Ortskern ist seit Jahren ein zentrales Thema, das bislang ohne klare Perspektive vor sich hin dümpelt. Weder für das Pell-Gelände noch für das Bräu-Anwesen existieren derzeit konkrete, verbindliche Entwicklungskonzepte – trotz mehrfacher Anläufe und erheblichen politischen Engagements. Dies führt zu einem gefühlten Stillstand, der sowohl den Bürgerinnen und Bürgern als auch dem Gemeinderat selbst wiederholt gespiegelt wurde.
Ein lebendiger Ortskern braucht klare Rolle und Funktion: Er muss Orte des Wohnens, der Begegnung und der wirtschaftlichen Aktivität bündeln, statt als Ansammlung isolierter Einzelprojekte zu verharren. Eine integrierte Planung kann hier die Voraussetzung schaffen, dass zentral gelegene Flächen nicht nur verwaltet, sondern gezielt aktiviert werden.
2. Pell-Gelände: Standort der Zukunft – aber wie?
Das Pell-Gelände ist eine Schlüsselimmobilie mit zentraler Bedeutung für die Ortsentwicklung:
Es steht im Fokus für den geplanten Schulneubau.
Gleichzeitig ist es eine der größten innerörtlichen Flächen, die sich für Wohnen, öffentliches Leben und gemischte Nutzung eignen würde.
Die Entscheidung, das Gelände ausschließlich für die Schule zu reservieren, bindet diese Ressource langfristig – möglicherweise auf Kosten anderer Entwicklungspotenziale. Die Bürgerversammlung hat gezeigt, dass Bürgerinnen und Bürger, Gemeinderat und Verwaltung heute noch keine gemeinsame Vorstellung davon teilen, wie eine optimale Nutzung aussehen könnte, die sowohl Bildungseinrichtungen als auch lebendige Ortsstrukturen fördert.
Entscheidend ist daher eine ganzheitliche Bewertung des Geländes:
Welche Wirkung hat die Schulplatzierung auf den Ortskern?
Welche Flächenpotenziale würden durch eine alternative Lage für die Schule frei?
Welche Mischung aus Wohnen, sozialer Infrastruktur und öffentlichem Leben stärkt den Ortskern langfristig?
Eine rein projektbezogene Betrachtung greift zu kurz, solange nicht klar ist, welche Funktion das Pell-Gelände für Neuburg am Inn insgesamt erfüllen soll.
3. Das Bräu-Anwesen: Mehr als ein Sanierungsfall
Das Bräu-Anwesen ist ein weiterer historischer und sozialer Bezugspunkt im Ortskern. In der Bürgerversammlung wurde wiederholt darauf hingewiesen, dass Maßnahmen zur Erhaltung und Aktivierung des Bräu-Standorts seit Jahren diskutiert werden, ohne dass eine tragfähige Nutzungsperspektive erkennbar ist.
Bürgerinnen und Bürger erwarten heute mehr als punktuelle Reparaturen: Eine Nutzung des Bräu-Anwesens sollte verknüpft sein mit einem Konzept zur Belebung des Ortskerns insgesamt – sei es durch Räume für Vereine, Mehrzweckflächen, Gastronomieangebote oder kulturelle Nutzungen, die den sozialen Zusammenhalt fördern.
Damit wird klar: Sanierung allein reicht nicht. Wir brauchen ein Nutzungskonzept, das Erwartungen mit realistischen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verknüpft.
4. Schule als langfristiger Standortfaktor
Der Schulstandort wurde in der Versammlung mehrfach als Leitprojekt für die nächsten Jahrzehnte bezeichnet. Die Notwendigkeit, zeitgemäße Räumlichkeiten, Ganztagsangebote und gute Lernbedingungen zu schaffen, ist unbestritten. Gleichzeitig zeigt sich: Die Frage der Lage ist nicht nur pädagogisch, sondern auch städtebaulich von großer Bedeutung.
Eine Entscheidung für oder gegen den Pell-Standort sollte nicht isoliert getroffen werden, sondern im Rahmen einer strategischen Gesamtplanung, die folgende Aspekte einbezieht:
Erreichbarkeit für alle Ortsteile
Verknüpfung mit Sport- und Freizeitflächen
Rolle im Ortsnetzwerk
Möglichkeit der Integration in Wohn- und Gemeinschaftsräume
Die Schule muss Teil der langfristigen Ortsentwicklung sein – nicht als singuläres Bauprojekt, sondern als Standort mit Wirkung auf Wohnen, Mobilität und Ortsqualität.
5. Schlussfolgerung: Vom Einzelprojekt zur integrierten Strategie
Die Bürgerversammlung hat bestätigt, was sich bereits abzeichnet: Ortsentwicklung darf nicht im Einzelnen verhandelt werden, sondern muss als vernetzter Gesamtprozess gedacht werden. Dabei geht es nicht nur um Flächen, Gebäude oder Bauvorhaben – es geht um Funktionen, soziale Verknüpfungen, wirtschaftliche Perspektiven und Identität.
Eine wirkliche Ortsentwicklungskonzeption für Neukirchen und die ganze Gemeinde Neuburg am Inn muss daher folgende Leitfragen beantworten:
Wie verknüpfen wir zentrale Flächen mit den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger?
Wie schaffen wir Orte des Lebens, nicht nur Orte des Bauens?
Wie stellen wir sicher, dass Entscheidungen heute die Zukunftsfähigkeit für Generationen sichern?
Diese Fragen zeigen: Strategie, Beteiligung und gemeinsame Zielbestimmung stehen vor der Umsetzung einzelner Maßnahmen. Der nächste Schritt ist ein Planungsdialog, der alle Ortsteile einbezieht und konkrete Entwicklungsleitlinien definiert.
So werde ich es als Ihr zukünftiger Bürgermeister machen.