„Wer kein Ziel hat, verliert sich im Nebel. Mein Wahlprogramm: Damit Politik in Neuburg wieder messbar wird.“
Extremwetterereignisse und Sturzfluten nehmen in ihrer Häufigkeit und Intensität zu. Auch in unserer Gemeinde haben Starkregenereignisse in der jüngeren Vergangenheit bereits zu massiven Schäden an privatem Eigentum und öffentlicher Infrastruktur geführt, wie etwa im Ortsteil Neukirchen:
Der Tag der Katastrophe: 22. Juni 2021
Es gab extremen Starkregen und Hagel (golfballgroß). Die Brunngasse und die Hauptstraße standen unter Wasser.
Um die Bürgerinnen und Bürger sowie deren Hab und Gut dauerhaft zu schützen, ist ein wissenschaftlich fundiertes Risikomanagement unumgänglich.
1. Das Problem: Fehlende Planung und unkalkulierbare Kosten
Obwohl der Gemeinderat bereits unmittelbar nach der Katastrophe im Jahr 2021 die Erstellung eines ganzheitlichen Schutzkonzeptes beschlossen hat, weist die Umsetzung erhebliche Lücken auf. Dass bisher auf diesem Sektor so wenig getan wurde, ist sachlich schwer nachzuvollziehen.
Planung ohne Absicherung: Im Baugebiet „Antesberger Berg“ wurde der Bebauungsplan zunächst ohne gesicherte Wasserrechte genehmigt. Die Erschließungskosten wurden dadurch zu niedrig angesetzt.
Teure Nachbesserungen: Erst nachträglich mussten technische Maßnahmen wie Rückhaltebecken und größere Kanäle geschaffen werden. Diese Mehrkosten belasten nun den Gemeindehaushalt und damit alle Steuerzahler.
Vernachlässigte Risikoanalysen: An kritischen Stellen wie dem Wiesenweg in Neukirchen oder dem Schlossberg in Neuburg fehlen trotz Millionenprojekten seit Jahren vollständige Risikoanalysen.
Veraltete Methoden: Bisherige Planungen stützten sich oft auf veraltete Tabellenwerte, die der Zerstörungskraft von Sturzfluten in Hanglagen (mit Neigungen von bis zu 16 %) nicht gerecht werden.
2. Die Lösungsmöglichkeiten: Wissenschaftliche Standards und Vorsorge
Um Schäden effektiv zu minimieren, muss die Gemeinde moderne, wissenschaftlich anerkannte Methoden anwenden, wie sie in anderen bayerischen Kommunen längst Standard sind:
Hydrologische Simulationen: Einsatz von Computermodellen, die exakt berechnen, wohin das Wasser bei extremen Regenereignissen fließt.
Ganzheitliche Betrachtung: Berücksichtigung der sogenannten „Unterlieger“ – also der Nachbarn, die tiefer am Hang liegen – damit neue Baugebiete keine Gefahr für bestehende Häuser darstellen.
Technische Rückhaltesysteme: Gezielter Einsatz von Flutpoldern, Rückhaltebecken und natürlichen Flutmulden dort, wo sie laut Analyse am effektivsten wirken.
3. Der Eder-Ansatz: Sicherheit durch Sachlichkeit
Als Bürgermeister werde ich das Thema Starkregen-Vorsorge mit einem klaren, verbindlichen Plan angehen. Mein Grundsatz lautet: Sachlichkeit vor Schnelligkeit.
Risikoanalyse trotz „Bauturbo“: Ich möchte ganz klar sagen, dass der von der Bundesregierung verabschiedete „Bauturbo“ mich nicht davon abhalten wird, die Risikoanalyse für die gesamte Gemeinde durch geeignete Fachleute durchführen zu lassen. Wir werden uns die Zeit nehmen, die es braucht, um die Sicherheit der Bürger zu garantieren.
Kein Warten auf die nächste Flut: Wir können nicht auf die nächste Sturzflut warten, um dann über die Schäden zu lamentieren. Prävention muss vor dem ersten Spatenstich erfolgen.
Ganzheitliche Gefährdungskarten: Für alle Ortsteile müssen detaillierte Karten erstellt werden, die den exakten Weg des Oberflächenwassers bei Extremregen aufzeigen.
Keine Baugebiete ohne fertige Entwässerungskonzepte: Bevor ein Bebauungsplan verabschiedet wird, müssen die hydrologische Analyse und die gesicherten Wasserrechte zwingend vorliegen. Eine Genehmigung auf „Hoffnung“ darf es nicht mehr geben.
Transparenz für Betroffene: Alle Gutachten und Simulationsergebnisse müssen den Bürgern offen zugänglich gemacht werden. Nur so können Anwohner auch privat sinnvoll Vorsorge treffen.