„Wer kein Ziel hat, verliert sich im Nebel. Mein Wahlprogramm: Damit Politik in Neuburg wieder messbar wird.“
Wir stehen in Neuburg am Inn vor einer Jahrhundertaufgabe. Die Entscheidungen, die wir heute für die Ortsmitte von Neukirchen oder die Verkehrsführung in Dommelstadl treffen, werden das Leben unserer Kinder und Enkel über Jahrzehnte prägen. Doch Architektur und Beton sind nur die Hülle. Die eigentliche Frage lautet: Welchen Geist soll unsere Gemeinde atmen und wie sichern wir ihre Zukunftsfähigkeit?
Derzeit droht unsere Gemeinde in eine Falle zu tappen: die Planung im Vakuum. Wenn Projekte wie der Schulneubau oder die Sanierung des Pell-Gasthauses isoliert betrachtet werden, entsteht ein Flickenteppich aus Einzelinteressen statt eines lebendigen Ganzen. Bisher werden weitreichende Weichenstellungen oft hinter verschlossenen Türen vorbereitet, was Vertrauen zerstört und die Ortsteile spaltet. Ohne ein verbindliches kommunales Leitbild fehlt der Kompass, der uns sagt, ob eine Maßnahme wirklich dem langfristigen Wohl der Gemeinschaft dient.
Eine moderne Entwicklungsstrategie muss die ökonomischen Realitäten anerkennen. Die Zeiten, in denen die Gewerbesteuer alleinige Basis unserer Finanzen war, sind vorbei.
Einkommensteuer als Rückgrat: Unsere wichtigste Einnahmequelle ist heute der Anteil an der Einkommensteuer. Das bedeutet: Die wirtschaftliche Handlungsfähigkeit von Neuburg hängt direkt davon ab, wie viele erwerbstätige Bürger hier leben. Die Schaffung von attraktivem Wohnraum muss daher oberste Priorität haben. Jede Fläche, die wir rein funktional belegen, fehlt uns als Lebensraum für Steuerzahler, die unsere Infrastruktur finanzieren.
Symbiose mit der Universitätsstadt Passau: Wir dürfen uns nicht als Insel begreifen. Neukirchen ist natürlicher Bestandteil der Region Passau – einer der bedeutendsten Pendlerregionen Deutschlands. Unsere Vision muss die Nähe zur Universität aktiv nutzen, indem wir gezielt Wohnraum für Mitarbeiter, junge Familien und Studenten schaffen, die die Stadt-Land-Verbindung suchen.
Gewerbe und Naturschutz: Zur Vision gehört auch die Ansiedlung von Gewerbe und Industrie zur Schaffung von Arbeitsplätzen. Dabei gilt jedoch eine klare rote Linie: Der geschützte Neuburger Wald ist unser ökologisches Erbe und steht für Industrieansiedlungen nicht zur Verfügung. Wachstum muss ökologisch verträglich auf bereits versiegelten oder geeigneten Flächen stattfinden.
Um diese Vision zu verwirklichen, ist ein methodischer Wechsel nötig – weg von der Verwaltung des Status quo, hin zur aktiven Gestaltung durch einen Planungsdialog.
Der Eder-Ansatz für Neuburg: Wir müssen erst die Ziele klären, bevor wir Steine bewegen. In Neukirchen stehen 5 Hektar im Zentrum zur Verfügung. Nutzen wir diese für eine Schule, blockieren wir Wohnraum-Potenziale im Herzen des Ortes. Der Planungsdialog muss prüfen, ob die Schule „in der Fläche“ (nahe der Sportplätze) besser aufgehoben ist, um den Ortskern für das priorisierte Ziel „Wohnen und Leben“ freizuhalten.
Ich fordere ein Gremium, das Bürgerexpertise und Fachplanung bündelt:
Demographische Analyse: Wer zieht zu? Was brauchen wir, um für Erwerbstätige attraktiv zu bleiben?
Offene Bürgerbeteiligung: Echter Dialog statt bloßer Information über fertige Pläne. Wir müssen die Angst vor Kontrollverlust ablegen und die Bürger als Mitgestalter begreifen.
Ganzheitliches Leitbild: Ein Plan, der die Vielfalt der Ortsteile achtet, aber die wirtschaftliche und soziale Einheit der Gesamtgemeinde als Ziel hat.
Fazit
Gute Politik plant nicht bis zur nächsten Wahl, sondern für die nächste Generation. Wir müssen heute die Rahmenbedingungen schaffen, damit Neuburg am Inn als Wohn- und Lebensstandort in der Region Passau führend bleibt. Wenn wir den Wohnraum priorisieren, die Einkommensteuerbasis stärken und den Wald schützen, legen wir das Fundament für eine stabile Zukunft. Lassen Sie uns den Dialog jetzt beginnen.