„Wer kein Ziel hat, verliert sich im Nebel. Mein Wahlprogramm: Damit Politik in Neuburg wieder messbar wird.“
Im Februar 2020 diskutierten die Bürgermeisterkandidaten in Neuburg am Inn öffentlich über die großen Zukunftsfragen der Gemeinde: Bannwald, Verkehr, Ortskern, Schule, Gewerbe, Bräu und Mobilfunk.
Die Aussagen sind dokumentiert! Heute – sechs Jahre später – lässt sich zu den wichtigsten Punkte anhand belegbarer Entwicklungen darstellen, was daraus geworden ist.
4.000 BÄUME
Aussagen 2020:
Kein Rodungsbeschluss, nur Einstieg in ein Bauleitverfahren. Arbeitsplätze seien für die Gemeinde zentral. Ersatzaufforstung 1:1 möglich.
Entwicklung danach:
Kein genehmigungsfähiger Plan wurde je vorgelegt.
Fachliche Stellungnahmen bewerteten Unterlagen als unzureichend.
2022 wurde öffentlich festgehalten: „Es gibt keine Erweiterung.“
2024 wurde das operative Geschäft an DACHSER verkauft.
Der eigentliche Strukturwandel (Cross-Docking, hoher Lkw-Umschlag) fand bereits 2015 statt.
Ergebnis 2026:
Das Projekt scheiterte faktisch. Die wesentlichen Begründungen waren fehlerhaft. Die langfristige Bedeutung dieses Logistikstandortes für die Gemeinde hat sich durch den Eigentümerwechsel grundlegend verändert.
Aussagen 2020:
Als Staatsstraße seien die Einflussmöglichkeiten gering. Tempo 30 nur im Schulbereich realistisch. Langfristig brauche es eine Umgehung.
Entwicklung danach:
Rechtliche Möglichkeiten nach §45 StVO wurden andernorts angewandt.
2025 beschließt der Gemeinderat Tempo 30 für den ganzen Ort.
Im tatsächlich eingereichten Rahmenplan ist Tempo 30 nicht enthalten.
A94-Anschluss an die A3, Brückensanierung und Grenzstau-Ausweichverkehr erhöhen den Druck.
Ergebnis 2026:
Neuburg steht verkehrlich an derselben Stelle wie 2020 – mit deutlich schlechterer Perspektive.
Aussagen 2020:
Querungshilfen, Gehwege, Tempo 30 im ganzen Ort, Verkehrsberuhigung im Rahmenplan.
Entwicklung danach:
Die Engstelle vor der Burg, die den Verkehr drosselte, wird durch die Brückensanierung beseitigt.
Der Rahmenplan behandelt vor allem Gestaltung, kaum Verkehrsberuhigung.
Zentrale Bürgerforderungen zum Verkehr finden sich nicht wieder.
Ergebnis 2026:
Die Ortskernsanierung steht im direkten Zielkonflikt zu den 2020 formulierten Zielen.
Aussagen 2020:
Beide Standorte bleiben. Sanierung ist wirtschaftlicher als Neubau. Kurze Schulwege sichern.
Entwicklung danach:
Sanierungsbeschluss von 2018 wurde jahrelang nicht umgesetzt.
2021 Richtungswechsel zum Neubau in Neukirchen.
2024 Schließung Dommelstadl wegen baulicher Mängel.
Alle Kinder in der Schule Neukirchen, ebenfalls sanierungsbedürftig.
Neubauprojekt bis heute ohne klare „Phase 0“.
Ergebnis 2026:
Der tatsächlich eingeschlagene Weg unterscheidet sich grundlegend vom Stand 2020.
Aussagen 2020:
Treffpunkt für Vereine, Wirtssuche, Architektenplanung.
Entwicklung danach:
Bräu gekauft und geplant.
Dann Pell-Areal wegen Schule.
Wirtschaftlich blockiert.
Vier Jahre später planerisch wieder am Ausgangspunkt.
Ergebnis 2026:
Kaum Fortschritt seit 2020.
Aussagen 2020:
Schlusslicht beim Mobilfunk. Gutachten, Gespräche mit Betreibern.
Entwicklung danach:
Neue Mobilfunkstationen, 5G nahezu flächendeckend.
Glasfaserausbau durch Telekom und LEONET.
Funkloch geschlossen.
Ergebnis 2026:
Das Problem von 2020 ist technisch weitgehend gelöst.
Aussagen 2020:
Kleine Betriebe ja, kein Industriegebiet. Flächen als Tauschgrund kaufen.
Entwicklung danach:
Gewerbegebiet an der B12 nahezu voll.
Ansiedlungsdruck bleibt hoch.
Jede neue Fläche verstärkt die Verkehrsdebatte in Dommelstadl.
Ergebnis 2026:
Die Gewerbefrage ist zur Verkehrsfrage geworden.